Warnemünde-Cup im Rahmen der 73. Warnemünder Woche
Text: Daniel Kullick
Fotos: Axel Elvegaard, Martina Kiel
Nachdem Jule, Tina, Axel und ich die IMAGINE bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag bei hervorragenden Bedingungen vom PASSAT-Hafen in den Alten Strom von Warnemünde gebracht hatten, gehörte der Freitag ganz der Entspannung und dem erledigen dringender Aufgaben. Während Axel und ich zur Vorbereitung auf die anstehenden Regatten noch einige kleinere Reparaturen vornahmen bzw. Verbesserungen an der Ausrüstung umsetzten besorgten die Mädels noch Proviant für die kommenden Tage.
Im Laufe des Tages stieß dann noch Jörg Bardeleben mit seiner Freundin zu uns, er sollte für den Warnemünde-Cup und die Rund Bornholm unsere Stammcrew verstärken und wurde durch Axel angeheuert, nachdem er mit Jörg zusammen auf der Comfortina 32 CELESTINE von Andreas Peschlow gesegelt war.
Das Boot war bereit, einen guten Liegeplatz hatten wir ebenfalls und am Abend kam auch noch Torsten mit dem Wagen vorgefahren, um nicht benötigtes Material zu übernehmen und seinen Platz auf der IMAGINE einzunehmen. Anschließend wurde wie üblich ein bisschen gefeiert und nach einer kurzen Nacht ging es dann Samstag früh endlich raus zu unserer ersten Regatta im Rahmen der Warnemünder Woche.
Der Warnemünde-Cup ist eine Mittelstreckenregatta für Offshore-Yachten, die an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern entlang in Richtung Kühlungsborn und zurück führen sollte. Bevor es aber tatsächlich losging forderten die Windbedingungen eine ordentliche Portion Geduld und Sonnencreme von den Teilnehmern. Es gab nämlich keinen Wind – totale Flaute und Startverschiebung auf unbestimmte Zeit. Da es an Bord nichts zu tun gab und die Hitze langsam unerträglich wurde nahmen wir ein ausgiebiges Bad in der lauwarmen Ostsee, wobei Torsten tapfer seinen Platz am Steuer hielt, um uns an einer Sorgleine, bei voller Fahrt, durchs Wasser zu ziehen – mehr als 3,5 kn sind aber nicht möglich gewesen. Sehr erfrischend, ziemlich anstrengend und ungemein spaßig und auf fast allen Booten ein ähnliches Bild.
Einige Stunden später kam dann über Funk die Ankündigung von thermischen Winden und damit einhergehend die Aufforderung sich für einen Start bereit zu halten.
Bei leichter Brise wurde dann gestartet, wobei der Wettfahrtleiter Uwe Wenzel sehr zur Entspannung beitrug, indem er jedes Ankündigungs- und Startsignal zusätzlich über Funk ansagte und den Start sogar mit einem Countdown anzählte.
Auf dem ersten (und einzigen) Kreuzgang fuhren wir Anfangs mitten im Feld der Startgruppe 3, verloren aber durch den schwachen Wind immer mehr an Boden auf die direkte Konkurrenz, so dass wir erst als vorletztes Boot die Tonne runden konnten. Im Übrigen war diese Rundung gar nicht so unproblematisch wie es sich anhören mag, aber zum Glück hat Torsten die Tonne gesehen. „Siehst du die Tonne Torsten?“ „Ja, ich sehe sie!“
Nach einiger Zeit stand dann auch der Spinnaker ordentlich und so konnten wir uns auf die Verfolgung der davongeeilten Yachten begeben. Hervorragendes Steuern, konzentrierter Spi-Trimm, die Suche nach Windfeldern und eine gute Taktik führten dann im Laufe der folgenden Stunden erst zu einer Annäherung ans Feld, dann zum Überholen und letzten Endes zum Übernehmen einer Spitzenposition. Was sich bereits bei früheren Regatten gezeigt hatte und auch bei der Rund Bornholm nochmals beweisen sollte half uns hier wieder einmal. Unter Spinnaker ist die IMAGINE eine echte Rennziege.
Bereits nach weniger als 3 Stunden kam dann das Ziel in Reichweite. Zur Freude aller Fußballbegeisterten Teilnehmer hatte Uwe Wenzel ein Einsehen mit uns und nahm eine ordentliche Bahnverkürzung vor. Mit Müh und Not konnten wir die Linie überqueren, da sie genau in einem ausgedehnten Flautenloch lag, aber der letzte Schub unseres Spinnakers reichte uns für die Durchfahrt. Zwei anderen Yachten erging es dort nicht ganz so gut, denn während wir uns mit Wind von NO der Linie näherten hatten sie die andere Seite gewählt und brauchten für das Überqueren der Linie gefühlte 10 Minuten.
Bemerkenswert war die Tatsache, dass wir nur 30 Sekunden hinter der VIVA, einer CB 33 mit YS 99, ins Ziel gefahren sind und auch nach gesegelter Zeit zwei Boote mit niedrigerem Yardstick hinter uns lassen konnten. Der Spi-Gang war eben nahezu perfekt und unser Windriecher der Richtige. Am Ende stand dann für uns der 3. Platz zu Buche, wobei wir der X-79 SCHWUPPDIWUPP und der Hiddensee UP & DAL (dieser nur nach berechneter Zeit) noch den Vortritt lassen mussten. Auch nach gesegelter Zeit wurden wir 3. trotz der bescheidenen Startkreuz und der Tatsache, dass die IMAGINE eigentlich mehr Wind zum schnellen segeln braucht.
Nach der Zieldurchfahrt ging es dann auf dem schnellsten Weg zurück zum Alten Strom. Dort wurde unser dritter Platz und der Sieg unserer Jungs gegen Argentinien noch bis in den frühen Morgen hinein gefeiert. Am Sonntag wollten wir nämlich nur noch rüber in die Marina HOHE DÜNE und uns so langsam auf das Highlight der Saison, die Regatta Rund Bornholm, vorbereiten.
LIEBE!
Daniel
Die Crew der IMAGINE beim Warnemünde-Cup 2010-08-03:
Axel Elvegaard: Skipper, 1. Steuermann, Navigation und Taktik, Trimm
Torsten Katthöfer: 2. Steuermann, Spinnaker – Trimm, Taktik
Martina Kiel: Pit, Vorsegeltrimm
Jörg Bardeleben: Großsegel, Spinnaker – Trimm
Daniel Kullick: Vorschiff, Smutje (!)
Michael Scheel: Trimm, Großsegel, Smutje (...mit soviel LIEBE drinn!)
Besondere Highlights:
Startverschiebung und Badespaß (steht ausführlich im Text)
Rundung der ersten Tonne (mehr darf nicht verraten werden)
Funkgespräche der Wettfahrtleitung und des Unterstützungspersonals, nachdem an einer Bahnmarke die Wassertiefe falsch gemessen wurde und daraufhin eine Markierung auf Tauchstation ging.
Unser Dank gilt:
Christian Förster von der Bavaria 42 Match FLOSSY, der uns im Alten Strom längsseits gehen ließ und auch ordentlich mitgefeiert hat.
Dem Wettfahrtleiter Uwe Wenzel für die lustigen Funksprüche, die gute Regatta und vor Allem für die Bahnverkürzung (wir haben nur das erste Tor unserer Jungs verpasst).
Jule und Anna, die uns einen Platz im Festzelt freigehalten haben.
Anmerkung vom Skip:
Wir SENDEN Liebe und EMPFANGEN Liebe! Kinners, Ihr seit die beste Crew, mit den ich jemals zusammen haben Arbeiten und Feiern dürfen! Best Buddies @ All!






