Die Race 77 ist ursprünglich in Litauen als Einheitsklasse entwickelt worden. Durch die Grenzöffnung sind dann einige hier rüber geschwabbt und wurden dann auch einmal auf der Hanseboot für rund 15.ooo € angeboten. Ich glaube auch nicht, wie in einigen Anzeigen zu lesen ist, dass das Boot von Pelle Petterson gezeichnet worden ist. Warum sollte Pelle Petterson seine Entwürfe nach Litauen „hinter“ den grauen Vorhang verkaufen wollen bzw sollen? Außerdem ist es nicht seine & damalige Handschrift.
Rein äußerlich fällt sofort ins Auge, dass der Riss nicht mehr ganz zeitgemäß war. Ende der Neuziger hat man keine dickbäuchige Schalen mehr gefertigt.
Nichts desto trotz, ist die Race 77 ein echter Hingucker: 7/8 Rigg, langer Mast mit doppelten Salingspaaren (Bild 9), Backstagen, großes Cockpit mit großem Traveller.
Die 39 m2 Segel am Wind müssen bewegt werden- am besten mit mindestens 2 gewichtigen Leuten auf der Kante. Die Travellerführung (Bild 7) sieht simpel aus, ist aber ohne die Mithilfe des Rudergängers kaum zu bewegen, soviel Druck ist das drauf. Die Backstagenführung gewinnt ebenfalls keinen ersten Preis- die Klemmen sind ungünstig platziert. Ansonsten sind die Winschen gut dimensioniert und platziert.
Es scheinen verschiedene Baujahre hier auf der Ostsee herumzuschippern. Die frühen Baujahre haben noch ein durchgehendes Fenster (vergleiche Bild 1 und 13) und die Travellerführung ist von vorne nach hinten gewandert (vergleiche Bild 6 mit Bild 17). Ebenfalls ist die Kajütöffnung modifiziert worden: eine anfängliche Klappe ist dem klassischem Schiebeluk gewichen (vergleiche Bild 3 und 16). Allerdings ist die Einrichtung unter Deck noch spartanischer geworden, sicherlich im Gewicht zu sparen (vergleiche Bild 11 und 18).
Die Race 77, welche ich unter Regattabedingungen segeln durfte, war mit ihren 1,4 t sehr agil und entsprach einem Jollensegeln. Sie ist übertakelt und das rechtzeitige Reffen und verkleinern des Vorsegels auf die Genua III kann man nur jedem warm an Herz legen.
Man erzählt sich, dass eine Race 77 mal vermessen worden ist: IMS I und soll fürchterlich abgeräumt haben…
Fazit: Es gut zu segelndes Boot, wenn man zu viert auf der Regattabahn unterwegs ist. Die Fangemeinde ist entsprechend klein, da dass Boot kaum bekannt ist. Es ist darauf zu achten, dass keine Haarrisse an den tragenden Teilen zu finden ist und dass das Laminat nicht allzu weich ist.
Technische daten der Polaris Race 77:
| Länge über alles | 7,8o m | |
| Länge Wasserlinie | - | |
| Breite | 2,7o m | |
| Tiefgang | 1,6o m | |
| Baujahr | 1988 - ? | |
| Leergewicht | 1,4o t - 2,1o t | |
| Ballast | - | |
| Motor | Aussenborder | |
| Rigg | 7/8 | |
| Masthöhe über Deck: | 12,oo m | |
| Großsegel & Genoa I | 39,oo qm | |
| Genoa | - | |
| Spi | 45,oo qm | |
| Wassertank | - | |
| Treibstofftank | - | |
| Kojen | 4 | |
| Gebrauchtbootpreis ab ca. | 8 - 15.ooo € | |
| Design von | ? |





