Da die Elektrik von alten Booten oft gruselig und zudem gefährlich ist, werde ich hier beispielhaft die Verdrahtung unserer Delanta 76 Ak darstellen, und welche Lösung sonst noch sinnvoll sind (allgemeingültig). Ob man diese so übernimmt, oder es bei der alten Verdrahtung beläßt, ist jedem selbst überlassen!
Als erstes haben wir den Sicherungskasten unter die Lupe genommen. Wir wollten mal sehen, welche Art von Sicherungen eingesetzt wurden sind. Es wurden alte Schmelzsicherungen verwendet (amerikanischer Standard!), welche nicht mehr handelsüblich zu beziehen sind. Großartige Vorstellung, auf dem Wasser eine Sicherung zu wechseln...
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Bei genauerer Betrachtung waren die Quetschungen porös und die Kabel waren teilweise bis zu 15 cm in das Kabel hinein derartig stark oxidiert, dass nur die Erneuerung für den entsprechenden Kontakt sorgen kann. Bei Betrachtung der kompletten Elektrik wurde uns schnell klar, das alles "raus" mußte: Es machte keinen Sinn, einen Teil der Kabel zu behalten, und einen Teil nicht. Das macht die Fehlersuche immer nachhaltig ein wenig spannender, als es mitunter schon ist. | ||
| Eine Prise "Stress" gibt es denn noch dazu, wenn man unter erschwerten Bedingungen eine Fehlersuche durchführen muss, bei viel Lage - zu viel Windstärken - kein Schlaf - Kinder heulen - Frauen quäken - etc... Des weiteren bin ich kein Fan von Ver.bzw. Abzweigungen hinter Verblendungen. Da genug Platz für die Kabelführung vorhanden ist, war die Umsetzung auch nicht allzu schwer. In der Praxis sieht es denn so aus, dass von jedem Verbraucher ein Kabelstrang zum Verteiler geht. Da wir den VIRE 7 Benzinmotor haben, ist der alte Verteilerkasten im Motorraum nicht mehr zu gebrauchen. Dieser bestand eh nur aus einem 0.5 m x 0.5 m großem, mit einem Plastikdeckel aufgeschraubtem Brett. Also ein leichter Zugang für Benzingase... |
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Den Verteiler für die Verbraucher haben wir beim Niedergang im Innern installiert. Dieses ist ein Aluminiumkasten, welcher luftdicht ist. Einen gleichen mußten wir, da der vorhandene Verteilerkasten im Nachherein zu klein ausgefallen ist, im Motorraum " hinter " dem Niedergang installieren. Da dieser auch luftdicht ist, haben wir diesen beruhigt eingebaut. Als Klemmverbindung haben wir sogenannte Fahrtstuhlklemmen benutzt. Es ist allerdings etwas schwierig jene zu bekommen. |
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| Ich habe sie bei einem kleinen Yachtausrüster bekommen. Der wesentliche Vorteil dieser Klemmen ist jener, dass das Kabel von oben und unten gleichzeitig gequetscht wird. Natürlich werden alle Verbindungen, z.B. wenn man ein Kabel verlängern muß, mit Kabelschuhen gequetscht. Für den Kabelquerschnitt haben wir uns für 2,5 Quadrat entschieden. Wir haben 2 Halogenlampen mit jeweils 12 W. Echolot und Sumlot, sowie die elektrische Wasserpumpe werden wohl nicht zu Kabelbränden führen. das Boot war schon mit einer Schalttafel von Philippi ausgestattet war (Leider draußen montiert!). | |||
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Da das Schaltpanel mit 6 automatischen Sicherungen ausgestattet war, haben uns für folgende Aufteilung entschieden:
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| Wir haben auf dem Verteiler sicherheitshalber noch einen Schalter für die Kühlbox montiert, da der Kompressor viel Strom frisst. Damit soll dem Zufall oder unbeabsichtigtes Einschalten des Kippschalters am Panel entgegengewirkt werden. Dieses ist dann auch gut zuerkennen, da wir als optische Kontrolle noch eine "LED mit Schirm" montiert haben. Des weiteren haben wir von den Kielbolzen ausgehend, ein Erdungskabel zu dem Verteiler im Motorraum und Innenraum sowie zu dem Einfüllstutzen des Benzins gelegt. So hat alles einen sauberen Bezug zueinander. Da wir auch einen 230 Volt Anschluß im Boot haben, haben wir eine Steckerleiste mit Fehlerschutzschalter (FI) bezogen. Von dort aus gehen alle stromführende Kabel weiter ins Schiffinnere. (Wie oben auf dem 2. Photo zu erkennen ist.) |
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Ein weiteres Kapitel, aber stets von jeder Werft sträflich vernachlässigt, ist der Blitzschutz auf Yachten. Zwar ist Gewitter in unseren Breitengraden selten, jedoch werden Boote in einem Standard ausgeführt ! Das soll heißen, dass die Bootsbauer einen (nicht weitergeleiteten) Blitz bei den Yachten in Kauf nehmen. Zu gering die Wahrscheinlichkeit... Die Folgen können verheerend sein, wie mir ein Segler erzählte: Ein Blitz schlug in die Steuerbordseite des Bootes ein: die Bordwand wurde durchschlagen, förmlich pulverrisiert und sank in der Box ! | ||
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| Oberes linkes Photo zeigt exemplarisch den Blitzeinschlag bei einer Yacht, welche, wie jeder Blitz, von "unten-nach-oben" verläuft. Gezeigt werden auch die Gegenmaßnahmen, welche getroffen werden sollten. Das Prinzip ist vom Verständnis her simpel: Alle "Masse" (Minus-Pol) Kabel müssen miteinander verbunden werden, damit der Blitz "sauber" in das Wasser fließen kann. | |||
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Ein anderes Thema ist das Laden der Batterien, damit sie immer 100 % bereit sind, und nicht wegen Unterspannungen oder Überspannungen den frühzeitigen tot erleben. Wir überlegen uns hier noch, ob und wie wir unser Solarpanel anbringen. Der ensprechende Plan liegt schon vor. Mein alter Lehrer der Berufsschule in Hamburg pflegte zu diesem Thema zu sagen: Behandel Akkus wie Frauen! Überlade sie nicht- aber gebe ihnen auch nicht zu wenig! |
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| Um diesem Spruch gerecht zu werden, haben wir einen MEGAPULSER, dies ist ein sogenannter "Batterieauffrischer, Aktivator oder auch Regenerator" in unsere Bestelliste mit aufgenommen. Dieser hat die Aufgabe, den Kapazitätsverlust von Bleibatterien zu verlangsamen. Das größte Problem bei den Batterien ist, abgesehen von Unter- Überladungen, die Sulfatierung. Würde man mit die Batterien nicht unter 12,6 Volt entladen, hätte man dieses Problem auch im Griff. Die Praxis sieht, wie in den meisten Fällen, ganz anders aus! Die Sulfatierung tritt nämlich während des Entladens eines Bleiakkus auf. Hierbei bilden sich Bleisulfate, die unter bestimmten Bedingungen Bleisulfatkristalle bilden. Diese haben den Nachteil, das sie "inaktiv" sind, und somit die Kapazität z.T. erheblich verringern können. Diese Kristalle kann man verhindern und zum Teil auch schon entstande Kristalle beseitigen, indem man die Batterie unter hohen positiven Stromimpulsen setzt. Diese Funktion übernimmt ein der "Batterieauffrischer": MEGAPULSER. Diese Geräte sind meistens nicht größer als eine ausgewachsene Männerhand. Diese haben nur zwei möglichst kurz gehaltene Kabel, welche direkt an die Batterie angeschlossen werden. Fertig ! Der Rest macht das Gerät. Zwei Hersteller haben schon lange Erfahrung mit dieser Materie, wobei die Firma NOVITEC zu bevorzugen ist, was Tests bewiesen haben. Wer möchte, kann natürlich auch ein Gerät von der Firma Ivt-Hirschau beziehen. |
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